Buona Pasqua!

Allmählich rücken die Osterfeiertage näher. In Supermärkten und Geschäften tummeln sich Häschen in allen Farben, Formen und Geschmacksrichtungen. Es türmen sich Tüten und Verpackungen mit gefärbten Hühnereiern, Schoko-, Waffel- und Fondanteiern – und das Dekoangebot ist schier unerschöpflich. Aber wie ist das in Italien? Wie bereiten sich die Italiener auf die Osterzeit vor und was passiert an den Feiertagen?

Kulinarische Ostern: Ostertaube und Riesenei
Eins gleich vorweg: Osterhasen wird man eher weniger finden, denn in Italien feiert man Ostern mit colomba und uovo di Pasqua – Einzahl, aber das macht das Riesenosterei locker mit seiner Größe wett…

Die colomba pasquale oder einfach colomba ist ein Kuchen in Form einer großen Taube, der mit Hagelzucker und Mandeln bestreut wird. Die Form soll an die Auferstehung Christi und den Frieden erinnern, den das Osterfest der Welt bringen soll. Dieser Kuchen wird in der Osterzeit auch gern verschenkt und oft nach dem üppigen Ostermahl mit der Familie als Nachspeise gegessen. So richtig alt ist diese Tradition aber noch nicht: Die Colomba wurde in den 1930er Jahren von der Firma Motta erfunden und wird aus dem gleichen Hefeteig wie der Panettone hergestellt, meist jedoch ohne kandierte Früchte. Seit einigen Jahren findet man colombe auch hierzulande in ausgewählten Feinkostläden oder gut sortierten Supermärkten.

Beim italienischen uovo di Pasqua aus Schokolade haben wir es mit einem deutlich größeren Kaliber zu tun als bei den deutschen Schokoeiern. Das Besondere daran ist, dass sich in seinem Inneren eine Überraschung verbirgt. Bei den Ostereiern aus dem Supermarkt handelt es sich dabei meist um Spielzeug für die Kinder. Man kann sein Osterei aber auch in einer pasticceria (Konditorei) bestellen und nach Wunsch mit wertvollen Geschenken befüllen lassen.

Wer genug von den Süßigkeiten hat, kann sich auf das traditionelle Osteressen freuen, zu dem in Italien üblicherweise Lammbraten serviert wird. In Zahlen sieht das so aus: 2024 wurden in Italien insgesamt 1,5 Millionen Lämmer geschlachtet, 330 000 zu Ostern und 130 000 davon kamen allein aus Sardinien. In den letzten Jahren ist die Nachfrage allerdings um deutliche 20 Prozent gesunken. Die Gründe dafür: Gesundheit und Tierschutz.

Bild: Susy

Osterprozessionen und Picknicks
Zu Ostern gehören in Italien vor allem die religiösen Osterprozessionen. Am bekanntesten sind die Prozessionen in der Karwoche in Enna (Sizilien), Savona (Ligurien), Sulmona (Abruzzen) und Vercelli (Piemont). Aber natürlich gibt es noch viele weitere, vor allem im Süden des Landes. Wer sich dafür interessiert, kann auf YouTube aufschlussreiche Aufnahmen dieser Prozessionen finden.

Nach dem Osterschmaus mit Lammbraten im Kreise der Familie am Ostersonntag wird am lunedì dell’Angelo bei schönem Wetter die Picknicksaison eröffnet und mit Freunden draußen in der Natur gefeiert.

Über lange Ferien können sich italienische Schülerinnen und Schüler übrigens nicht freuen. In Italien bleiben die Schulen über Ostern nur für ein paar Tage geschlossen. Zweiwöchige Osterferien kenn man dort (leider) nicht.